«Natur daheim» nimmt Fahrt auf

    Seit 2024 unterstützt das Angebot «Natur daheim» Thurgauerinnen und Thurgauer, die mehr für die Natur tun wollen – sei es bei sich im Garten oder auf dem Balkon. Bald hundert Anfragen haben die Gartenberater des Kantons beantwortet. Was dabei entstehen kann, zeigt ein Garten in Lengwil.

    (Bilder: zVg) Gartenberater Tim Schoch, Natalie Gerlach und Hannes Geisser, Leiter des Naturmuseums Thurgau, im umgestalteten Garten der Familie Gerlach in Lengwil.

    Wer freut sich nicht daran, wenn Igel, Schmetterlinge oder Singvögel im Garten auftauchen? In einem naturnahen Garten fühlen sich diese Tiere besonders wohl. Doch was genau bedeutet «naturnah»? Und wie gestaltet man einen Balkon, damit auch dort Tiere vorbeischauen? Seit 2024 finden interessierte Thurgauerinnen und Thurgauer schneller Antworten auf solche Fragen: dank der Gartenberatung «Natur daheim».

    Bereits kleine Veränderungen, können viel bewirken. Gartenberater Tim Schoch ist überzeugt: «Jede und jeder kann etwas für die Natur tun.» Manchmal reiche sogar schon Nichtstun, damit sich die Tiere bei uns wohlfühlen. Wer im Frühling in einer wilden Ecke der Natur freien Lauf lasse, habe bereits etwas erreicht: «Einige ‹Unkräuter› wie Brennnesseln, Knoblauchhederich oder Spitzwegerich sind wertvolle Futterpflanzen für die Raupen von Schmetterlingen.»

    Vor der Beratung und Umgestaltung gab es auf dem Vorplatz kein Leben, nur Teer, Beton und Steine.

    Leben in den Garten bringen
    Noch mehr bringt es, wenn man aktiv Veränderungen anstösst. So wie Natalie und Markus Gerlach aus Lengwil. Als sie ein Haus kauften, war sofort klar: Der bestehende, grosse und tote Steingarten muss weg. «Hier bot sich die perfekte Gelegenheit, etwas für die Natur zu tun – mit dem Vorteil, dass unsere kleinen Kinder jetzt in einem lebendigen und spannenden Garten spielen können», sagt Natalie Gerlach. Aus dem Steingarten hat die Familie eine Blumenwiese gemacht. Einen Teil des geteerten Vorplatzes hat sie aufgebrochen, sprich entsiegelt, und dort einheimische Sträucher sowie Wildstauden gepflanzt. Und es geht weiter: Als nächstes will die Familie eine Naschhecke anpflanzen. Diese wird nicht nur die Kinder erfreuen, sondern auch Vögeln und Insekten wertvolle Nahrung bieten.

    Wertvolle Tipps für ein zielgerichtetes Vorgehen
    Schon in der Planungsphase nahm Familie Gerlach Kontakt mit der Gartenberatung des Kantons auf. Gartenberater Tim Schoch half, ihre Vorstellungen zu konkretisieren und weiterzuentwickeln. «Er bestätigte uns, dass wir auf dem richtigen Weg waren, und gab uns wertvolle Tipps, wodurch wir zielgerichtet vorgehen konnten», meint Natalie Gerlach. Umgesetzt hat die Familie so viel wie möglich selbst, mit Unterstützung eines lokalen Gartenunternehmens. «Das Projekt von Natalie und Markus Gerlach ist sicher eines des beeindruckendsten, das die Gartenberatung des Kantons bisher begleitet hat», sagt Hannes Geisser, Leiter des Naturmuseums Thurgau, «aber auch bei der Aufwertung von kleinen Flächen, etwa auf dem Balkon, helfen unsere Berater gerne weiter.»

    pd


    Unterstützung telefonisch, vor Ort oder online

    «Natur daheim» ist ein gemeinsames Projekt des Naturmuseums Thurgau und des Amtes für Raumentwicklung. Es ist Teil des kantonalen «Massnahmenplan Biodiversität 2023–2028» und soll mehr Natur in unsere Dörfer sowie Städte bringen, denn jede und jeder kann einen Beitrag dazu leisten, der Natur wieder mehr Platz zu geben. Die Beratung für den Garten oder Balkon gibt es kostenlos telefonisch unter 079 447 02 96 oder per Mail an naturdaheim@tg.ch. Für 60 Franken ist auch eine individuelle Beratung vor Ort möglich. Das Angebot wird ergänzt mit der anschaulichen Merkblatt- Reihe «Rezepte für mehr Natur» – samt Material-Liste, Schritt-für-Schritt-Anleitung und Fotos.

    www.biodiversitaet.tg.ch/gartenberatung

    Die drei besten «Rezepte für mehr Natur»:

    • Wildhecke pflanzen
    • Asthaufen bauen
    • Balkon oder Fensterbank aufwerten
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